Verborgene Tunnel unter dem Castello Sforzesco in Mailand entdeckt

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Eine bedeutende archäologische Entdeckung hat verborgene Tunnel unter dem Mailänder Castello Sforzesco ans Licht gebracht, einem Ort mit jahrhundertelanger Geschichte. Auf die Tunnel wies bereits der berühmte Künstler und Ingenieur Leonardo da Vinci in fast 500 Jahre alten Skizzen hin, doch erst moderne Technik konnte ihre Existenz bestätigen.

Hightech legt versteckte Gänge frei

Die Polytechnische Universität Mailand und weitere Forschungsteams setzten dabei fortschrittliche Methoden wie Bodenradar und Laserscans ein, um den Untergrund des Schlosses zu untersuchen. Die Technik legte ein weit verzweigtes Tunnelsystem frei, das jahrhundertelang verborgen geblieben war. Der Fund stützt die Annahme, dass Leonardo da Vinci die Verteidigungsstruktur der Burg in seinen Skizzen sehr genau erfasst hatte.

Die Rolle der Tunnel in der Geschichte des Schlosses

Ziel des Projekts war zunächst, die zugänglichen Gänge in der Nähe der Ghirlanda, der äußeren Schlossmauer, zu kartieren. Doch die nicht-invasiven Scans brachten eine Überraschung: einen zweiten Tunnel in rund einem Meter Tiefe. Fachleute gehen davon aus, dass dieser Gang von Soldaten zu Verteidigungszwecken genutzt wurde und das Schloss in Kriegszeiten zusätzlich schützte.

Auch weitere, mit Ziegeln ausgekleidete Tunnel mit Tonnengewölbe kamen zum Vorschein und unterstreichen die militärische Bedeutung der Anlage. Einer dieser Gänge führt in Richtung der Basilica di Santa Maria delle Grazie, der Grabstätte der Ehefrau des Herzogs von Mailand – ein Hinweis darauf, dass der Tunnel dem Herzog als privater Zugang zu ihrem Grab gedient haben könnte.

Leonardo da Vincis bleibendes Erbe

Das Castello Sforzesco blickt auf eine bewegte Geschichte bis ins 14. Jahrhundert zurück. Im Laufe der Zeit wurde es mehrfach umgebaut, besonders während der Napoleonischen Kriege. Leonardo da Vinci, der das Schloss Ende des 15. Jahrhunderts besuchte, zeichnete Verteidigungsanlagen, die sich heute als erstaunlich präzise erweisen, wenn man sie mit dem neu entdeckten Tunnelsystem vergleicht.

Geschichte digital erlebbar machen

Um die Geschichte des Schlosses zu bewahren und sie einem heutigen Publikum zugänglich zu machen, will das Team einen digitalen Zwilling des Castello erstellen. Mithilfe von Augmented Reality sollen Besucherinnen und Besucher die unterirdischen Tunnel virtuell erkunden können – ein einzigartiges, immersives Erlebnis der Mailänder Vergangenheit.