Istrien, eine Halbinsel, die sich Kroatien, Slowenien und ein kleiner Teil Italiens teilen, ragt in die nördliche Adria und spiegelt eine reiche Mischung aus Kulturen und Landschaften wider. Über die Region verteilt erzählen alte Burgen Geschichten von mittelalterlicher Macht und Intrigen.
Die Überreste dieser Festungen regen dazu an, über Größe und Entbehrungen einer vergangenen Epoche nachzudenken.
Ein genauerer Blick auf Istriens Burgen
Diese Befestigungen offenbaren Jahrhunderte der Konflikte, Machtverschiebungen und Alltagsleben; Spuren ihrer Vergangenheit sind in Stein und Stille bis heute erkennbar.
Burg Momjan
Hoch oben auf einem 280 Meter hohen Hügel bietet die einst imposante Festung einen weiten Blick über das Tal des Dragonja. Heute verfallen ihre Mauern still, doch einst herrschten hier Macht und reges Treiben.
Unter dem Namen Rota-Burg gehörte sie einer wohlhabenden italienischen Familie, deren lange Herrschaft die Geschichte des Ortes prägte. Als die Familie im 19. Jahrhundert ging, eroberte die Zeit das Gemäuer Stück für Stück zurück.
Burg Pazin
Hoch über einer tiefen Karstschlucht thront die größte und am besten erhaltene mittelalterliche Festung Istriens. Erstmals im 10. Jahrhundert erwähnt, wechselte sie im Lauf der Jahrhunderte mehrfach den Besitzer – von den Habsburgern bis zum italienischen Adel.
Einst führte eine Zugbrücke zu den massiven Mauern, die bis heute auf den Pazin-Schlund blicken – eine natürliche Kluft, die seit jeher Neugier und Legenden weckt.
Burg Morosini-Grimani
Als größtes Gebäude des kleinen Ortes Svetvinčenat geht die gut erhaltene Festung auf eine Burg des 13. Jahrhunderts zurück. Später wurde sie von der wohlhabenden venezianischen Familie Morosini neu aufgebaut und sah sich im Lauf der Jahrhunderte immer wieder Angriffen und Bränden ausgesetzt.
Für die Verteidigung konzipiert, bot sie Platz für bis zu zweihundert Musketiere und Lanzenreiter.
Burg Pietrapelosa
Versteckt im dichten Grün zwischen Buzet und Livade wacht diese Höhenburg über das Tal des Mirna-Flusses.
Ihr Name, der „haarige Festung“ bedeutet, geht auf das dichte Moos zurück, das die Steinmauern bedeckt. Im Mittelalter diente die Anhöhe als wichtiger Aussichtspunkt für den Verkehr auf dem Fluss und zu Land.
Eine erhaltene Steintoilette an der Westmauer, über einer Klippe gelegen, zeugt von einem überraschenden Maß an Komfort und Hygiene für jene Zeit.
Die Geschichte der Burg erzählt von Verrat, verlorenen Vermögen und adelhaften Ausschweifungen, während die Bauern im Tal ein Leben voller harter Arbeit und Entbehrungen führten.

